Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Elternnetzwerk NRW • 15. April 2026

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Was ist ADHS?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neurobiologische Entwicklungsbesonderheit, die sich vor allem durch Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Aktivitätsregulation zeigt. Kinder mit ADHS können sich z. B. schwer konzentrieren, sind sehr impulsiv oder wirken unruhig. ADHS hat vielfältige Ursachen und Ausprägungen.


Woran erkenne ich ADHS?

Typische Anzeichen können sein:

  • Unaufmerksamkeit (z. B. leicht ablenkbar, vergesslich, Probleme bei Aufgaben),
  • Hyperaktivität (z. B. ständiger Bewegungsdrang, Schwierigkeiten still zu sitzen) oder
  • Impulsivität (z. B. vorschnelles Handeln, Unterbrechen anderer, geringe Frustrationstoleranz).

Entscheidend ist, dass die Auffälligkeiten über einen längeren Zeitraum bestehen und den Alltag deutlich beeinflussen.


Wie wird ADHS festgestellt?

Die Diagnose von ADHS erfolgt nicht durch eine einzelne Beobachtung, sondern im Rahmen einer umfassenden, fachärztlichen Diagnostik nach internationalen Kriterien (z. B. ICD, DSM). Dazu gehören in der Regel Gespräche mit Eltern, Kind und ggf. Schule, Körperliche und neurologische Untersuchungen, Standardisierte Fragebögen und Beobachtungen sowie Neuropsychologische Tests (z. B. Konzentrations- und Leistungstests). Bei Bedarf können weitere Untersuchungen ergänzt werden (z. B. Seh- und Hörtests oder Laboruntersuchungen).

Ein wichtiger Bestandteil ist die sogenannte Differenzialdiagnostik: Dabei wird geprüft, ob andere Ursachen oder begleitende Störungen vorliegen, die ähnliche Symptome erklären könnten. Ziel ist es, ein ganzheitliches Bild zu erhalten und eine verlässliche Grundlage für passende Unterstützungsmaßnahmen zu schaffen.


Anlaufstellen & Unterstützung im Alltag

Um mit ADHS einen guten Umgang zu finden, ist es wichtig, passende Hilfen in Anspruch zu nehmen und Ansprechpartner zu haben, mit denen man sich austauschen kann. ADHS kann den Alltag, das Lernen und das soziale Miteinander stark beeinflussen. Eine frühzeitige und passende Unterstützung hilft Kindern, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und Herausforderungen besser zu bewältigen. Eltern profitieren dabei von Orientierung, Austausch und konkreten Handlungsmöglichkeiten.

 

  • Fachstellen: Ärzt*innen, Psycholog*innen sowie Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste unterstützen bei Diagnostik und Behandlung.
  • Schule: Lehrkräfte, Vertrauenslehrkräfte oder Schulpsycholog*innen können konkrete Hilfen für den Schulalltag geben und gemeinsam Lösungen entwickeln.
  • Familie & Umfeld: Eltern, Freund*innen und Bezugspersonen können unterstützen, entlasten und Orientierung geben.
  • Hausarzt/Kinderarzt: Oft erste Anlaufstelle, um geeignete Fachärzt*innen oder Therapeut*innen in der Region zu finden.
  • Krankenkassen: Bieten häufig Übersichten zu spezialisierten Praxen und Therapieangeboten in der Nähe.

Netzwerke & Selbsthilfe: Regionale ADHS-Netzwerke ↗ sowie Selbsthilfegruppen ↗ ermöglichen Austausch, praktische Tipps und Unterstützung aus Erfahrung.

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