Mediennutzung bei Kindern
Welche Chancen bieten digitale Medien?
Digitale Medien bieten Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten. Apps und Webseiten können beim Lernen unterstützen und den Zugang zu Wissen erleichtern. Verschiedene Anwendungen bieten Unterhaltung und ermöglichen es Kindern, eigenen Interessen nachzugehen, bspw. beim Lesen, Zeichnen, Fotografieren oder Gestalten. Gleichzeitig ist digitale Teilhabe heute auch ein wichtiger Teil gesellschaftlicher, sozialer und kultureller Teilhabe. Über digitale Angebote kommunizieren Kinder mit Freund*innen, tauschen sich aus und nehmen an ihrer Lebenswelt teil.
Welche Risiken gibt es?
Neben den vielen Möglichkeiten können Kinder online auch mit problematischen oder ungeeigneten Inhalten und Situationen konfrontiert werden. Dazu gehören bspw.:
- gewalthaltige oder sexualisierte Inhalte,
- die Preisgabe persönlicher Daten,
- Kostenfallen und In-App-Käufe,
- Viren oder Datendiebstahl,
- Fake News und durch KI veränderte Bilder,
- Hasskommentare und Diskriminierung,
- Spam und problematische Werbung,
- übermäßige Mediennutzung sowie Auswirkungen auf Schlaf und andere Lebensbereiche,
- Cybermobbing.
Wie können Eltern Mediennutzung begleiten?
Klare Regeln können Kindern Orientierung geben. Wichtig ist, die individuelle Situation des Kindes zu betrachten: Bleibt ausreichend Zeit für Schule und Hausaufgaben, Familie, Freund*innen, Bewegung, Hobbys und Schlaf? Je nach Alter, Alltag und Anlass können unterschiedliche Regeln sinnvoll sein. Diese sollten möglichst gemeinsam mit dem Kind vereinbart werden, damit sie deren Gründe verstehen und Vereinbarungen leichter akzeptieren. Eltern haben außerdem eine wichtige Vorbildfunktion. Der eigene Umgang mit Smartphone und anderen Medien prägt mit, wie Kinder Mediennutzung wahrnehmen.
Gemeinsam Regeln vereinbaren: Mediennutzungsvertrag
Ein praktisches Hilfsmittel ist der Mediennutzungsvertrag. Eltern und Kinder können damit gemeinsam Regeln für die Nutzung digitaler Medien festlegen und die Vereinbarungen schriftlich festhalten.
Technische Schutzmöglichkeiten nutzen
Neben gemeinsamen Regeln können technische Einstellungen dabei helfen, Kinder altersgerecht zu schützen. Smartphones und viele Plattformen bieten inzwischen Möglichkeiten, bspw. Nutzungszeiten einzusehen oder zu begrenzen, bestimmte Inhalte einzuschränken oder Kinderkonten mit Elternkonten zu verbinden.
Wichtig ist dabei: Technischer Jugendschutz ergänzt die Begleitung durch Eltern, er ersetzt sie nicht.
Medien-Kindersicher
Das Portal Medien-Kindersicher informiert Eltern über technische Schutzmöglichkeiten für Geräte, Apps und digitale Dienste. Dort finden sich Schritt-für-Schritt-Anleitungen unter anderem für Smartphones und Tablets, Social Media, Gaming, Streamingdienste, Browser, Spielekonsolen und Router.
Cybermobbing und problematische Online-Erfahrungen
Konflikte aus Schule oder Freundeskreis können sich auch in den digitalen Raum verlagern. Beim Cybermobbing werden Menschen über digitale Angebote wiederholt beleidigt, ausgegrenzt oder angegriffen. Hinter Cybermobbing können unter anderem Gruppendruck, Konflikte im sozialen Umfeld, fehlende Empathie, Hass oder rassistische und andere diskriminierende Einstellungen stehen. Für betroffene Kinder können die Folgen erheblich sein. Sie können sich einsam oder wertlos fühlen, sich für ihre Situation schämen, Angst entwickeln oder sich nicht trauen, über das Erlebte zu sprechen.
Mit Kindern über ihre digitale Welt sprechen
Eine der wichtigsten Möglichkeiten für Eltern ist deshalb das Gespräch.
Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit und interessieren Sie sich auch für die Online-Erlebnisse Ihres Kindes.
Zum Beispiel:
- Was machst du am liebsten online und warum?
- Welche Social-Media-Angebote nutzt du besonders gerne?
- Was unterscheidet für dich echte Freund*innen von Online-Bekanntschaften?
- Hast du schon einmal Bilder oder Videos gesehen, die dich beunruhigt oder verängstigt haben?
- Was könntest du tun, wenn dir online etwas Unangenehmes begegnet?
Wenn Ihr Kind von einem belastenden Erlebnis berichtet, vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie gemeinsam nach einer Lösung suchen. Bei Problemen im schulischen Umfeld können bspw. Klassenleitung, Schulsozialarbeit, Vertrauenslehrkräfte oder Schulleitung einbezogen werden.
Wo finden Kinder und Jugendliche selbst Hilfe?
Nicht immer möchten oder können Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern über Probleme sprechen. Digi-Stars bietet eine Übersicht über geprüfte digitale Hilfs- und Beratungsangebote speziell für junge Menschen.
Jugendliche können dort nach ihrem konkreten Anliegen suchen, bspw. Cybermobbing, Datenschutz, zu viel Mediennutzung, Rassismus und Diskriminierung, psychische Belastungen oder Probleme in der Familie. Anschließend werden passende Informations- und Beratungsangebote angezeigt. Die aufgeführten Angebote sind kostenlos, geprüft, vertraulich und ohne zusätzliche App nutzbar.
Medienkompetenz gemeinsam entwickeln
Kinder vollständig von digitalen Medien fernzuhalten, wird ihrer heutigen Lebenswelt kaum gerecht. Entscheidend ist vielmehr, sie dabei zu unterstützen, digitale Medien selbstbestimmt, sicher und verantwortungsvoll zu nutzen.







